BWL für PKA

 Zahlungsverkehr Teil 1
Geld: Definition, Entstehung, Arten, Funktionen

  

 

Definitionen

Geld ist eine Erfindung der Menschen. Es entstand, als sich auf einer bestimmten Entwicklungsstufe der Tauschwirtschaft der Austausch von Waren als zu umständlich erwies. Der heutige Begriff Geld stammt aus dem mittelhochdeutschen Wort gelt, ist abgeleitet vom ursprünglichen "abgelten", "entgelten" - was nichts anderes bedeutet als "bezahlen" oder "eine Schuld zahlen". Geld bedeutet aber auch das, was "gilt", und wer Geld besitzt, besitzt gleichzeitig viel "Geltung". 

Früher glaubten die Menschen, das Geld müsse selbst eine Art von Wert darstellen, also stoffliche Eigenschaften besitzen. Heute weiß man, dass es auf den Materialwert des Geldes nicht ankommt, sondern auf das, was man dafür kaufen kann.  

Geld im rechtlichen Sinne ist das vom Staat mit Annahmezwang ausgestattete gesetzliche Zahlungsmittel (Bargeld). 

Der Wert des Geldes ergibt sich lediglich aus der Kaufkraft. Sie wird gemessen an der Gütermenge, die man für eine bestimmte Summe Geldes eintauschen kann.

Das gesetzliche Zahlungsmittel wird häufig auch als Währung bezeichnet. Unter Währung im weiteren Sinne versteht man außerdem Währungsgeld, auch die Währungseinheit und die Ausgabeberechtigung (Notenprivileg).

   

Naturalgeld /
Warengeld

In einer geschlossenen Hauswirtschaft mit keiner oder nur geringer Arbeitsteilung wurden die Güter des Bedarfs noch vollständig selbst hergestellt. Erst mit zunehmender Spezialisierung und Arbeitsteilung der Menschen (Bauer, Jäger, Fischer usw.) entwickelte sich eine Tauschwirtschaft. 

Getauscht wurden die Güter direkt zwischen den Partnern. Der Tausch z. B. eines Wildschweins gegen Getreide war umständlich, zeitraubend und oft auch unbefriedigend, weil es schwierig war, den richtigen Tauschpartner oder ein angemessenes Tauschverhältnis zu finden.

Sehr schnell wurde deshalb in vielen Kulturen ein allgemeines Tauschmittel wie z. B. Vieh, Salz, Muscheln, Waffen, Perlen usw. als Natural-/Warengeld eingeführt. Oft hatte das Naturalgeld auch noch einen eigenen Gebrauchswert, so dass man es im Notfall selbst benutzen konnte (Schlachtvieh, Gewürze, Waffen).

Zwischentauschmittel waren aber nur innerhalb bestimmter Gesellschaften anerkannt, nicht teilbar, oft leicht verderblich oder schwer zu transportieren.

  

Metallgeld

Auch das erste Metallgeld war nur innerhalb bestimmter Grenzen als Tauschmittel einzusetzen. Es hatte aber den Vorteil, dass es nicht verderben konnte und leichter zu transportieren war. Zunächst wurde das Edelmetall noch bei jedem Zahlungsvorgang gewogen. Erst später hat man durch die Prägung einer Münze deren Stoffwert sozusagen festgelegt. Der aufgeprägte Wert der Münze stimmte mit dem Wert der Stoffe, aus denen sie hergestellt wurden, überein. Man bezeichnet diese Münzen auch als Kurantmünzen.
   

Bargeld 

Die heute umlaufenden Euro-Münzen sind dagegen Scheidemünzen, deren Prägewert  meistens höher ist als der reine Stoffwert. Sie werden nach den Anforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Zeit noch von der Bundesregierung ausgegeben. Durch die unterschiedliche Prägung auf der Rückseite der Münzen ist auch das Ausgabeland erkennbar.

Das fast stoffwertloses Papiergeld dagegen ist einheitlich und wird nach Genehmigung durch die EZB von der Bundesbank ausgegeben. Sie allein, nicht der Staat, besitzt das Recht der Notenausgabe. Dadurch wird der Staat daran gehindert bei steigenden Staatsschulden einfach neues Geld zu drucken.

Noten und Münzen zusammen bezeichnet man als Bargeld.

   

Buchgeld

Seit etwa 100 Jahren kennt man neben dem Bargeld auch das Buch- bzw. Giralgeld. Es existiert nur auf den Girokonten. Giro ist italienisch und bedeutet Kreis. Das Buchgeld kann man nämlich von Konto zu Konto überweisen, weil die Kreditinstitute sozusagen ringförmig miteinander verbunden sind.

Buchgeld entsteht durch Einzahlung von Bargeld auf ein Konto und durch die Kreditgewährung der Banken. Als Girokonto (Kontokorrentkonten) werden aber nur die für den täglichen Geldverkehr benötigten Konten bezeichnet. Über das Guthaben auf diesen Konten kann der Inhaber jederzeit verfügen. Er kann es somit wie Bargeld einsetzen. Man bezeichnet dieses Geld auch als Sichteinlage.

Längerfristige Geldanlagen werden auf besonderen Konten, wie z. B. Sparkonten, gebucht. Erst nach einer bestimmten Frist oder der Kündigung des Kontos kann man wieder über das eingezahlte Bargeld verfügen. Sie zählen deshalb nicht mit zum Buchgeld (Giralgeld) und werden auch als Spareinlage bezeichnet.

  

Geldersatz-
mittel

Außer dem Bar- und Buchgeld gibt es noch Geldersatzmittel wie z. B.  die im Umlauf befindlichen Kreditkarten, Schecks und Wechsel. Sie sind kein offizielles Zahlungsmittel und unterliegen deshalb auch nicht dem Annahmezwang. Die Geldschuld ist erst getilgt, wenn der Gläubiger Bar- oder Buchgeld empfangen hat und das Konto des Schuldners belastet wurde.
  

Funktionen

Geld kann seine Aufgaben und Funktionen nur wahrnehmen, wenn die Menschen Vertrauen in das Geld besitzen. Dieses Vertrauen wird durch gesetzliche Bestimmungen der einzelnen Staaten oder einer Währungsunion geschützt. Folgende 5 Funktionen erfüllt das Geld beim Güteraustausch in einer Volkswirtschaft:

  • Geld als Tauschmittel: Als allgemein anerkanntes Tauschmittel kann mit Geld der Vorgang des Güteraustausches in zwei unabhängige Vorgänge, Kauf und Verkauf, zerlegt werden. Es entsteht ein indirekter Tausch
     
  • Geld als Zahlungsmittel: Als Hüter der Währung / des Geldwesens hat der Staat Geld als gesetzliches Zahlungsmittel festgeschrieben. Dieses Zahlungsmittel muss von jedem Gläubiger als Ausgleich für eine Schuld angenommen werden.
     
  • Geld als Wertmaßstab/Recheneinheit: Erst mit dem Geld als Wertmaßstab ist es möglich, Güter zu vergleichen oder zu addieren. Mit Hilfe des Geldes kann ein Preis für ein Gut bestimmt werden.
     
  • Geld als Wertaufbewahrungsmittel: Geld kann man sparen, aufbewahren für spätere Ausgaben.
     
  • Geld als Wertübertragungsmittel: Geld kann man verschenken oder vererben. Der Wert wird damit auf eine andere Person übertragen.

 

  

  

 

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Geld: Definition, Entstehung, Arten, Funktionen

   Letzte Änderung:
Dienstag, 14. Oktober 2008 18:45  

 


Hinweise und Anregungen bitte an: 
Thomas Wullengerd